Die Geschichte der DBSJ
Aktualisiert (Dienstag, 26. August 2008 um 11:39) Geschrieben von: Administrator Sonntag, 17. August 2008 um 20:52
Die Deutsche Behinderten-Sportjugend (DBSJ) - als die Jugendorganisation im Deutschen Behindertensportverband und National Paralympic Committee Germany (DBS-NPC) e.V. - entwickelte sich Anfang der 80iger Jahre und wurde nach In-Kraft-Treten der Jugendordnung am 12.10.1985 offiziell anerkannt.
1. Die DBSJ will für junge und behinderte Menschen exemplarisch Möglichkeiten schaffen,
1.1 durch die Kinder/Jugendliche sich in bisher noch nicht so bekannten oder vonihnen noch nicht praktizierten Sportarten einüben können,
1.2 die zur Persönlichkeitsbildung beitragen, soziale und psychophysische Entwicklung fördern, das gesellschaftliche Engagement anregen,
1.3 die durch Begegnungen und Sportveranstaltungen mit nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen zur Integration beitragen,
1.4 die durch Kontakte mit ausländischen Gruppen die Bereitschaft zu internationaler Verständigung wecken und pflegen sowie den eigenen Horizont und die Mobilität ausbauen.
2. Die DBSJ will darüber hinaus
2.1 die Jugendarbeit der Mitglieder des DBS unterstützen und koordinieren,
2.2 in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Institutionen behinderungsgemäße Formen sportlicher Jugendarbeit weiter entwickeln,
2.3 die gemeinsamen Interessen der Behinderten-Sportjugend in sportlichen und allgemeinen Jugendfragen vertreten und gesellschaftspolitisch wirken.
3. Die DBSJ bekennt sich ausdrücklich zu den Prinzipien des Gender Mainstreamings und setzt sich sowohl für die Gleichstellung vonMädchen/Frauen und Jungen/Männern als auch für die Eingliederung von Kindern/Jugendlichen ausländischer Herkunft ein.
4. Im Übrigen gelten auch für die DBSJ die in der Satzung des DBS festgelegten Grundsätze.
Besonders aktiv zeigt sich die DBSJ in der Nachwuchsförderung. Neben dem DBS ist auch die DBSJ mit der Förderung und Entwicklung des Kinder- und Jugendports betraut. Dies gilt natürlich auch für die DBS-Abteilungen/Fachbereiche, mit denen die DBSJ sehr enge Kooperationen sucht und betreibt als auch für die dem DBS angeschlossenen Landesverbände und deren Vereine.
Zu den Maßnahmen des Bundesverbandes und seiner Landes-Behindertensportverbände hat die DBSJ in den letzten Jahren eigene Aktivitäten entwickelt, wovon die nachfolgende Zusammenstellung nur einen Ausschnitt sämtlicher Maßnahmen repräsentiert:
Seit 1987 findet jährlich der Jugend-Länder-Cup (JLC) statt, der sich bis heute stets zunehmender Beliebtheit erfreut. Der Jugend-Länder-Cup der DBSJ ist ein Vergleichskampf zwischen den jugendlichen Sportlerinnen und Sportlern der einzelnen Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) e.V.
Er wird als Jugendvergleichskampf in den paralympischen Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Judo durchgeführt. Er beinhaltet einen Mannschaftsmehrkampf und Einzelmehrkampf in der Leichtathletik und im Schwimmen, sowie einen Mannschafts- und Einzelwettkampf im Tischtennis. Im Judo wird in den Startklassen der Sehgeschädigten und Geistbehinderten ein Einzelmehrkampf durchgeführt. Zielsetzung ist, die Vielseitigkeit der jungen Sportlerinnen und Sportler zu fördern und sie auf leistungsorientiertes Sporttreiben vorzubereiten. Der Wettkampf in verschiedenen Altersklassen (ab 10 bis 21-jährigen) soll Anreiz sein, weiter Sport zu treiben und Freude am Wettkampfsport zu wecken. Außerdem bietet er die Möglichkeit der Sichtung für zukünftige Leistungskader des DBS.
Ab dem Jahr 2002 werden regelmäßig pro Jahr drei Nachwuchslehrgänge “Sportliche Jugendbildung“ in den paralympischen Sportarten Leichtathletik, Schwimmen und Tischtennis in enger Kooperation mit den DBS-Abteilungen/Fachbereichen des DBS durchgeführt. Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 12 bis 16 Jahren. Eine weitere Ausdehnung dieser Nachwuchslehrgänge in weiteren paralympischen Sportarten ist in der Planung.
Seit den DBS-Abteilungen/Fachbereichen - werden auch zusätzlich sog. bundesweit ausgeschriebene Schnupperlehrgänge in verschiedenen, vorrangig paralympischen Sportarten angeboten mit dem Ziel, interessierten jugendlichen Nachwuchs für die DBS-Abteilungen/Fachbereiche zu werben, insbesondere da, wo der Nachwuchs noch fehlt (in 2006: Radsport und Ski-Nordisch) in 2007: Ski-Alpin und Sledge-Hockey sowie Segeln oder Bogensport).
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit den DBS-Abteilungen/Fachbereiche werden seit 1983 in Verbindung mit dem Deutsch – Französischen Jugendwerk (DBSJ) Leistungs- und Nachwuchslehrgänge sowie Trainerseminare angeboten. Für 2007: Tischtennis und Schwimmen angefragt.
Erstmals 1992 und in Folge bei allen Paralympischen Sommerspielen führt die DBSJ ein (inter)nationales Paralympisches Jugendlager durch. Seit Sydney im Jahr 2000 haben auch einige Jugendliche ohne Behinderung im Sinne von Integration “einmal anders herum“ teilgenommen. Dies fand auch 2004 in Athen seine Fortsetzung. Zusätzlich konnten durch Initiative der DBSJ zwei weitere Nationen - Österreich und die Türkei - gewonnen werden, ihrerseits ebenfalls Paralympische Jugendlager einzurichten. In Athen vereinbarte die DBSJ mit den Partnerverbänden Österreich und Türkei sich bis zu den Paralympics 2008 in Peking einmal jährlich zu treffen, um die Idee des “Internationalen Paralympischen Jugendlagers“ insbesondere auf europäischer Ebene weiter zu festigen und sportpolitisch auszubauen.
Traditionsgemäß erhält die DBSJ darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit behinderten Jugendlichen an Olympischen Jugendlagern (Sommer und Winter) zu beteiligen, die vom Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) und der Deutschen Sportjugend (DSJ) bisher organisiert wurden.
Um Jugendlichen ein adäquates Wettkampfangebot zu unterbreiten, werden zunehmend in einigen Sportarten Deutsche Jugendmeisterschaften ausgerichtet. Dies wird von der DBSJ ausdrücklich unterstützt. Aus einem ehemaligen `Goalball-Schnupperturnier´ hat sich zwischenzeitlich eine eigene Jugendmeisterschaft entwickelt. Gleiches gilt für die Sportarten Tischtennis, Schwimmen, Leichtathletik, Judo, Bogensport, Sportschießen, Ski-Nordisch und Ski-Alpin. Darüber hinaus haben die DBS-Abteilungen/Fachbereiche die Möglichkeit, insbesondere junge NachwuchsathletenInnen mit erkennbarer Entwicklung und zukünftiger Perspektive für den Leistungssport in den CN (Nachwuchs) – Kader des DBS zu integrieren.
Wie bereits in den Zielen zu den Paralympischen Jugendlagern erwähnt, setzt die DBSJ ihr Hauptaugenmerk nicht nur auf den sportlich leistungsorientierten Nachwuchs, sondern auch auf Jugendliche, die den Sprung zum Leistungssport nicht schaffen, aber ihre Freude an breitensportlichen Aktivitäten haben oder sich aktiv in der Jugendarbeit in ihrem Verein oder Landesverband engagieren wollen. Diesen “Sozialen Talenten“ ist die DBSJ-Lehrgangsreihe “Jung, sportlich, fit und engagiert“ gewidmet (erfolgreich seit 1999), in denen dieser Nachwuchs imEhrenamt für zukünftige Aufgaben speziell geschult wird.


